Morbus Crohn
Ein verbreitetes Gesundheitsproblem
Anfänglich als seltene Erkrankung betrachtet, wurde der Morbus Crohn während der 1970er Jahre in der industrialisierten Welt ein immer häufigeres Problem. In den 1980er Jahren schien sich die Zahl der Patienten zu stabilisieren. Jüngste Berichte zeigen jedoch einen Anstieg der neu diagnostizierten Fälle von Morbus Crohn, besonders bei Kindern und Jugendlichen.
Vererbung und Umwelt
Offensichtlich haben sowohl die Colitis ulcerosa als auch der Morbus Crohn einen von vielen Faktoren bestimmten Ursprung. Zwillingsstudien in Schweden, Dänemark und Großbritannien zeigten, dass genetische Faktoren etwa 20-50% der Morbus Crohn Fälle erklären. Das würde darauf hinweisen, dass mindestens 50% der Fälle von anderen Faktoren, die nicht mit der Vererbung zusammenhängen, verursacht werden. Der offensichtlichste durch die Umwelt bedingte Risikofaktor ist Zigarettenrauchen, mit einem doppelt so hohen Risiko im Laufe des Lebens einen Morbus Crohn zu entwickeln im Vergleich zu Nichtrauchern. Des Weiteren tendieren Raucher dazu, einen schwereren Krankheitsverlauf zu haben als Nichtraucher und weniger von der medikamentösen Therapie zu profitieren.
Erstaunlicherweise konnte keine klare Verbindung zwischen bestimmten Ernährungsgewohnheiten und dem Risiko einer Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn hergestellt werden. Jedoch wurden raffinierter Zucker, Margarine, Backhefe und Cola-Getränke als mutmaßliche Risikofaktoren aufgelistet.